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Mitte des Jahres 2008 hatten sich die Gerüchte über einen Verkauf der siemenseigenen Werkswohnungen an verschiedenen Standorten, unter anderem auch in Erlangen verdichtet.
Der Mieterverein Nürnberg und Umgebung e.V., hatte die Veräußerungsabsicht kritisch begleitet und sich gemeinsam mit dem DGB durch Unterschriftensammlung gegen die Veräußerung ausgesprochen. Barg doch die Veräußerung neben dem Wegfall sozialer Bande zwischen Siemens und seinen Beschäftigten und dem damit verbundenen innerbetrieblichen Klimawandel weitere Gefahren:
Von einem beliebigen neuen Vermieter, der seinem Mieter eben zu keinem Deut mehr verpflichtet ist, als es Gesetz und Vertrag vorsehen, wird man kaum die Rücksichtnahme erwarten können, die der eigene Arbeitgeber an den Tag legt, um Mitarbeiter zu halten oder zu gewinnen
Konnte Siemens über Belegungsrechte noch Einfluss auf die Bewohnerstruktur nehmen, so war zu befürchten, dass ein privater Investor Entscheidungen nur nach Renditeerwartung ausrichtet.
Der Verkauf war nicht aufzuhalten. Gleichwohl schien mit der Wahl des Käuferkonsortiums im März 2009 das Schlimmste abgewendet. Veräußert werden soll nach wie vor keine der Wohnungen.
4.000 ehemalige Siemens-Wohnungen gingen an etablierte Unternehmen, die sich als „langfristig orientierte Bestandshalter“ präsentierten. Die Münchener GBW-Gruppe, die einen Anteil von 800 Erlanger Wohnungen erwarb, hält rund 33.000 Wohnungen im Bestand, davon rund 4.000 im Nürnberger Raum, gilt durchaus als Wohnungsunternehmen mit einem sozialen Image - und steht nun möglicherweise insgesamt zum Verkauf.
So berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf ein Gutachten, das der Bayern LB die Veräußerung nahelegte. Die Veräußerung der 91-prozentigen Tochter der trudelnden Bayerischen Landesbank könnte kurzfristig deren klamme Kassen füllen. Zwar äußerten sich Landesbank wie GBW derzeit nicht oder abwiegelnd. Der Mieterverein Nürnberg wird aber nach wie vor klar Stellung gegen eine Veräußerung beziehen, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten. Die Folgen eines Verkaufs ihrer preisgünstigen Wohnungen wäre gerade für einkommensschwache Mieter eine große Belastung.
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